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Flyer verteilt an den Zürcher Gemeinderat
Ratshaus Zürich, 13. Dezember 2000
Geld für INFOSEKTA: NEIN!
Sehr geehrte Damen und Herren
Im Mai wurde im Rat argumentiert, dass der Verein Infosekta "gute und neutrale Arbeit" leiste. Jährlich gibt der Verein Statistiken heraus, wieviele Personen Informationen zu welchen Gruppierungen wünschen. Die Informationstätigkeit wird dabei jedoch so absurd, dass sogar Firmen wie "Am-Way" oder "Herbalife" einbezogen werden. Aus den Statistiken kann man jedoch nicht entnehmen, wie und was beraten wird.
Welche Informationen gibt Infosekta heraus ?
Gemäss den vorliegenden Informationen sind die Angaben durchwegs negativ, tendenziös und gegen Minderheitsreligionen gerichtet.
Welche Fälle bearbeitet Infosekta ?
Wir gehen davon aus, dass es nur wenig konkrete Fälle gibt, denen geholfen werden muss aber dass es sich hier vor allem um diffuse und geschürte Ängste von Personen handelt, welche durch die teilweise hysterischen Berichte zum Thema in helle Aufruhr versetzt wurden.
Welche Kanäle benutzt Infosekta, um Informationen einzuholen ?
Bei der Betrachtung der Aussendungen und den Veranstaltungen der Infosekta (bei welchen wir regelmässig aber nur als Besucher anwesend sind), so stammt das Informationsmaterial vor allem aus dem Bereich vehementer Gegner von Minderheitsreligionen und den Sektenberatungsstellen der Landeskirchen. Unseres Wissens unterhält die Infosekta keinen oder nur sehr geringen Kontakt zu den Gruppierungen, über die sie Auskunft gibt. Tatsächlich hat die Infosekta auf unser Begehren, auf einen Dialog mit uns einzutreten, mehrmals schlank abgewunken.
Wir sind der Meinung, dass diese Fragen geklärt werden müssen, bevor wieder Geld fliesst.
Ist die Infosekta zum verlängerten Arm der Landeskirchen mutiert, in welchem sie den Konkurrenzkampf gegen Minderheitsreligionen unterstützt ?
Der Ko-Präsident, Mathias Mettner, ist leitender Mitarbeiter der Paulus-Akademie in Zürich, bekannterweise eine katholische Institution. Er wird von dort entlöhnt. Die Veranstaltungen der Infosekta finden entsprechend auch jährlich in der Paulus-Akademie unter der Leitung von Mettner statt. Es ist verständlich, wenn er die Ansichten seiner Kirche zu andersdenkenden, religiösen Minderheiten vertritt. Die von der Infosekta und der Paulus-Akademie kritisierten Gruppen erhalten keine Gelegenheit, sich zu den Anschuldigungen zu äussern. Obwohl Aktion-Dialog schon mehrmals an solchen Veranstaltungen teilgenommen hat, wurde uns der Dialog und das Gespräch wiederholt verweigert.
Die Position der Infosekta ist mehr oder weniger mit der Position der Landeskirchen identisch. Das geht auch dadurch hervor, dass verschiedene Gemeinden und Kirchgemeinden die Infosekta finanziell unterstützen.
Das hat natürlich nichts mehr mit "neutral" zu tun. Die Stadt könnte auf gleiche Weise die Sektenbüros der katholischen und reformierten Landeskirchen unterstützen.
Der Staat muss sich aber in der Religionsfrage neutral verhalten. Es ist nicht zulässig, einseitige Bemühungen zu finanzieren, die darauf abzielen, verschiedene Minderheiten in ihrer freien Religionsentfaltung zu behindern oder deren religiöse Auffassung ins Lächerliche zu ziehen.
Wir fordern daher, dass die Subventionen für Infosekta gestrichen werden.
Zumindest seinen aber die obigen Vorwürfe genauer abzuklären und es ist zu verlangen, dass die Infosekta sich an konkrete Neutralitätsregeln hält, bevor weiteres Geld fliesst.
Wie Sie auf unserer Web-Seite nachlesen können, versteht sich unsere Initiative als Forum einzelner Angehöriger der Scientology Religion (sind aber weder Bestandteil noch Sprachrohr der Scientology Kirche). Wir möchten für unsere Religionsgemeinschaft und unseren Glauben einstehen, unsere Rechte verteidigen und uns vor Diskriminierung, Ausgrenzung, Isolation, Blossstellung (u.a. durch diskriminierende Begriffe, wie "Sekte" und den damit verbundenen Attributen), schützen, wobei wir uns auch gegen Diskriminierung von Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften stellen. Die Scientology-Kirche ist eine in mehreren Ländern anerkannte gemeinnützige Religions-Gemeinschaft, u.a. in den USA, Australien, Italien und neu seit diesem Jahr auch in Schweden und Südafrika.
Die Angehörigen unserer Religionsgemeinschaft sind nicht empfindlich was Kritik anbelangt. Im Gegenteil, wir untersuchen sorgfältig jegliche Vorwürfe und benutzen berechtigte Kritik, um mögliches Fehlverhalten zu korrigieren. Gemäss unserer Beobachtung, trifft dies auch auf die meisten anderen Minderheitsreligionen zu.
Wie ist es aber, wenn wir zu Fehlinformationen, Missverständnissen und Vorwürfen keine Stellung beziehen können und die Propaganda Flut der Anti-Sekten-Spezialisten und Amtskirchen so überwältigend ist, dass uns jeglicher Dialog verweigert wird ?
Was meinen wir mit Dialog
Ein Dialog findet dann statt, wenn Angehörige von religiösen Gruppen in die Diskussion über neue religiöse Bewegungen einbezogen werden und in der Lage sind, die Inhalte ihres Glaubens darzulegen oder die Gemeinschaft und deren Praktiken anderen verständlich zu machen.
AKTION-DIALOG möchte einen Beitrag zur Lösung von Konflikten leisten, die durch das Aufkommen neuer religiöser Bewegungen in der Gesellschaft wahrgenommen werden.
Was ist zu tun ?
- Informieren Sie sich u.a. auch direkt bei den betreffenden Gemeinschaften
- Setzen Sie sich für den Dialog mit Angehörigen dieser Vereinigungen ein
- Kontaktieren Sie einzelne Gemeinschaften direkt, um allfällige Konflikte zu lösen
- Lassen Sie auch Mitglieder und Vertreter dieser Vereinigungen zu Wort kommen, studieren Sie deren eigenen Informationen, welche ihre Position darlegen
- Treten Sie ebenfalls für eine offene und ehrliche Diskussion ein, ohne abwertende Begriffe und entartete Darstellungen, sondern ein Dialog, der erhöhtes Verstehen zum Ziel hat.
Wir verweisen diesbezüglich auch auf eine ähnliche Institution in Genf, die sich selber vorschreibt, mit den einzelnen Gruppen regen Informationsaustausch zu halten, diese zu besuchen und den Religionsgemeinschaften die Möglichkeit der Kooperation geben.
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