Jugend für Menschenrechte
Aktionen


Flyer verteilt an Teilnehmer einer Veranstaltung
der Infosekta gegen Minderheitsreligionen
Paulus Akademie Zürich
am 2. September 2000


Fehlinformationen
mit Schlagwörtern und psychologisch - taktischen Begriffen
um religiöse Minderheiten ins Abseits zu drängen




Sehr geehrte Damen und Herren


Wie Sie auf unserer Web-Seite nachlesen können, versteht sich unser Verein als Forum einzelner Angehörigen der Scientology Religion (sind aber weder Bestandteil noch Sprachrohr der Scientology Kirche). Wir möchten für unsere Religionsgemeinschaft und unseren Glauben einstehen, unsere Rechte verteidigen und uns vor Diskriminierung, Ausgrenzung, Isolation, Blossstellung (u.a. durch diskriminierende Begriffe, wie "Sekte" und den damit verbundenen Attributen), schützen, wobei wir uns auch gegen Diskriminierung von Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften stellen. Die Scientology-Kirche ist eine in mehreren Ländern anerkannte gemeinnützige Religions-Gemeinschaft, u.a. in den USA, Australien, Italien und neu seit diesem Jahr auch in Schweden und Südafrika.

An der heutigen Tagung in der Paulus-Akademie Zürich werden Sie mit den folgenden irreführenden Begriffen bezüglich religiösen Minderheiten konfrontiert:
  • Markt der Religiositäten
  • Religiöse Sondergruppen
  • Vereinnahmende Tendenzen
  • Sektiererische Tendenzen


Nach wie vor haben Landeskirchen und atheistisch - psychologische Kreise das Bedürfnis, religiöse Minderheiten und neue religiöse Bewegungen auf entartete Weise darzustellen und deren Glaube und deren spirituelles Erleben ins Lächerliche zu ziehen.


Der Gebrauch der obigen Begriffe in der Tagungsbroschüre zeigt, dass die Initianten diese Tagung diese bedenkliche Auffassung und deren Nomenklatur bezüglich Religiosität und Spiritualität übernommen haben:


Markt der Religiositäten
Mit diesem Begriff wird "Religion" auf eine materialistische, wirtschaftliche Ebene reduziert. Tatsächlich ist Religion dazu da, sich eben von den materiellen Beschränkungen frei zu machen und in geistige, seelische Dimensionen einzudringen. Die Reduktion der religiös motivierten Bestrebungen eines Menschen auf soziale und wirtschaftliche Gegebenheiten zeigt auf, wie weit sich die Initianten selbst von ihrer eigenen Spiritualität entfernt haben und nun versuchen, aus ihrer beschränkten psychologisch-materialistischen Sicht, neue spirituelle Phänomene zu erklären, die sie aber aus ihrer gegenwärtigen Situation heraus kaum nachvollziehen können.


Religiöse Sondergruppen
Normalerweise sprechen wir in der Schweiz von religiösen Minderheiten.

Der Gebrauch des Begriffs "Sondergruppen" ist nun ein Versuch, Andersdenkende und Andersgläubige zu diskreditieren, sie als "Sonderlinge" abzutun und generell ein entartetes Bild über die Gruppe zu vermitteln.


Vereinnahmende Tendenzen
"Vereinnahmend" ist ein psychologisch-taktischer Begriff, welcher aus einer rein materialistischen Sichtweise versucht, den "Grad der Anteilnahme oder Hingabe" einer Person auf ihrem religiösen Weg, als etwas "gefährliches" darzustellen, und von der Teilnahme an diesem Weg abzuraten.

Wer oder was ist Vereinnahmend ? Ist es das Fernsehen, Big-Brother, das Handy oder die Werbung ? Ist es ein Körper, der Job oder die Lebenssituation ? Oder sind es die Amtskirchen, die mittels irreführender Propaganda gegen Andersgläubige ihre Autorität auf dem Gebiet zu verteidigen suchen ?


Sektiererische Tendenzen
Mit dem Begriff "Sekte" wird der beste und schlagkräftigste "Manipulations-Effekt" erzielt. Niemand will nämlich je mit einer Sekte etwas zu tun haben und niemand kann es sich leisten, mit einer "Sekte" in Verbindung gebracht zu werden. Oder können Sie es sich leisten, für die Rechte eine religiöse Minderheit einzustehen, wenn diese als "Sekte" ins Abseits gedrängt wurde? Man könnte damit durchaus seine wirtschaftliche und soziale Stellung aufs Spiel setzen. Die Anti-Sekten Propaganda der letzten 10 Jahre hat in der Bevölkerung eine ganz vehemente Abscheu gegen jegliche religiöse Gruppe hervorgerufen.

Religion und Religiosität sind zum Schimpfwort mutiert. Dabei spielt es keine Rolle, um welche Minderheit es sich handelt. Mit dem Begriff "Sekte" wurde nämlich jede unerwünschte Gruppe ohne weitere Prüfung und Differenzierung "gebrandmarkt".



Wir fragen uns:

  • Demonstrieren die "Aufklärer" mit ihren abwertenden und psychologischen Begriffen nicht ihre eigene Unfähigkeit, über ein vielleicht schwieriges Thema objektiv zu informieren?
  • ist die "Thematisierung" religiöser Gruppen innerhalb der Landeskirchen einfach ein Propagandazug in eigener Mission?
  • Warum sehen sich Mitglieder der Landeskirchen dazu veranlasst, über religiöse Minderheiten herzuziehen, ohne diesen Gelegenheit zu geben, Stellung zu möglichen Vorwürfen zu beziehen?
  • Warum werden z.b. die eigenen Publikationen und Informationen über diese Minderheitsreligionen, meist ignoriert, nicht konsultiert und von der Diskussion ferngehalten?
  • Warum werden religiöse Minderheiten nach wie vor anhand von miserablen Recherchen, schlecht aufbereiteten Informationen und Vorurteilen beurteilt?
  • Wie kommt es, dass Vertreter der Landeskirchen in verantwortungsvolle Positionen, ihre eigenen Glaubenssätze wie "Du sollt kein falsches Zeugnis geben" nicht gründlich berücksichtigen?



Die Angehörigen unserer Religionsgemeinschaft sind nicht empfindlich was Kritik anbelangt. Im Gegenteil, wir untersuchen sorgfältig jegliche Vorwürfe und benutzen berechtigte Kritik, um die Gemeinschaft intern zu korrigieren. Und wie wir gesehen haben, trifft dies auch auf die meisten anderen Minderheitsreligionen zu.


Wie ist es aber, wenn wir zu Fehlinformationen, Missverständnissen und Vorwürfen keine Stellung beziehen können und die Propaganda Flut der Anti-Sekten-Spezialisten und Amtskirchen so überwältigend ist, dass uns jeglicher Dialog verweigert wird ?


Was meinen wir mit Dialog
Ein Dialog findet dann statt, wenn Angehörige von religiösen Gruppen in die Diskussion über neue religiöse Bewegungen einbezogen werden und in der Lage sind, die Inhalte ihres Glaubens darzulegen oder die Gemeinschaft und deren Praktiken anderen verständlich zu machen.


AKTION-DIALOG möchte einen Beitrag zur Lösung von Konflikten leisten, die durch das Aufkommen neuer religiöser Bewegungen in der Gesellschaft wahrgenommen werden.


Unsere Empfehlung

  • Informieren Sie sich u.a. auch direkt bei den betreffenden Gemeinschaften
  • Setzen Sie sich für den Dialog mit Angehörigen dieser Vereinigungen ein
  • Kontaktieren Sie einzelne Gemeinschaften direkt, um allfällige Konflikte zu lösen
  • Lassen Sie auch Mitglieder und Vertreter dieser Vereinigungen zu Wort kommen, studieren Sie deren eigenen Informationen, welche ihre Position darlegen
  • Treten Sie ebenfalls für eine offene und ehrliche Diskussion ein, ohne abwertende Begriffe und entartete Darstellungen, sondern ein Dialog, der erhöhtes Verstehen zum Ziel hat.


Es ist uns ein Anliegen, in diesem Sinne Hand zu bieten, wenn nötig zu vermitteln und mitzuhelfen, dass Informationen aus erster Hand zur Verfügung stehen.



Mit freundlichen Grüssen

AKTION-DIALOG







Verteiler



* Tagungsteilnehmer
* Paulus Akademie
* Jungend-Seelsorge Zürich
* Schweiz. Bischofskonferenz
* Institut für Sozialethik
* Observatoire des religions en Suisse
* Verein "Schweizer Zentrum für Toleranz"
* Eidg. Kommission gegen Rassismus



Als Beispiel haben wir für Sie das Glaubensbekenntnis der Scientology Kirche abgedruckt, um zu zeigen, dass diese Informationen – obwohl völlig grundlegend und richtungsweisend für eine Gemeinschaft – oft völlig ignoriert werden und in der "Informations"- Kampagne über (oder oft gegen) diese Gruppierungen gar nicht erst aufgegriffen werden.





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