Jugend für Menschenrechte
Aktionen


Flyer verteilt vor der Paulus Akademie Zürich


Zürich, 18. September 1999
Zur heutigen Veranstaltung


Wie man Mitglieder von unerwünschten religiösen Minderheiten
provoziert und sie an den Rand der Gesellschaft treibt.




Sehr geehrte Dame
Sehr geehrter Herr


Unser Verein versteht sich als Forum vor allem der Angehörigen der Scientology Religion – steht aber offen für Mitglieder anderer religiöser Gruppen. Wir möchten für Religionsfreiheit einstehen, unsere Rechte verteidigen und uns vor Diskriminierung, Ausgrenzung und Blossstellung (u.a. durch den Begriff "Sekte" und den damit verbundenen Attributen), schützen. Unser Verein hat keine Position innerhalb der Organisations-Struktur der Scientology-Kirche.

Wir haben uns rechtzeitig bei den Organisatoren dieser Tagung gemeldet und unsere Bereitschaft zum Dialog mitgeteilt. Keiner von unseren drei Briefen wurde je beantwortet.
  • Warum werden die Stimmen der Mitglieder von Minderheitsreligionen, über die ja heute hergezogen wird, nicht angehört?
  • Warum wurden gezielt nur die "Hardliner" und Vertreter der Intoleranz als Referenten eingeladen?
  • Wieso wurden gemässigte Stimmen in der Diskussion um Minderheitsreligionen nicht als Referenten eingeladen?

Wir haben den Eindruck, dass diese Veranstaltung gezielt nur einseitig informieren will und andere Meinungen zum Thema aktiv auszugrenzen versucht. Besucher, Medien, Behörden und Interessierte sollen hier offenbar durch einen Monolog manipuliert werden.


Die heutigen Referenten aus Deutschland sind auch in ihrem Land heftig umstritten. Ihre unwissenschaftlichen Arbeiten wurden von mehreren Soziologen und Religionswissenschaftler als tendenziös klassifiziert.


Eine grosse Zahl der heutigen Referenten sind juristisch gebildete Leute. Juristen legen normalerweise ein Gelübde ab, worin sie sich verpflichten, ihre Arbeit auf die Verfassungsrechte auszurichten. Die Verfassung garantiert u.a. unvoreingenommene Richter, rechtliches Gehör und ein faires Verfahren. In den Menschenrechten finden Sie sogar die Klausel, dass jeder Mensch das Recht auf unparteiische Anhörung hat.


Wenn Sie nun die Absichten der heutigen Referenten verfolgen, so werden Sie feststellen, dass genau dieser Blick auf die Verfassung verhindert werden soll.


Die emotionell geladene Diskussion um Minderheitsreligionen würde sich in Luft auflösen, wenn sie sich die Mühe geben, den Dialog mit diesen Gruppierungen zu suchen und die Konflikte im Gespräch zu lösen.

Viele Kritiker von religiösen Minderheiten haben jedoch diese Fähigkeit zum Dialog verloren und haben einen Fanatismus entwickelt, den sie nun einigen dieser Gruppen unterstellen.



Welche Informationen werden Sie an der heutigen Veranstaltung wohl nicht hören ?


  • mehrere Länder bestätigen in offiziellen Berichten, dass sie in der Existenz von Minderheits-Religionen keine Problematik erkennen.
  • zahlreiche offizielle Berichte über die Verletzung von Menschenrechten kritisieren heftig die akute Diskriminierung von Minderheiten in Deutschland und anderen Europäischen Ländern.
  • Sie hören wahrscheinlich auch nichts über die sozialen Aktivitäten dieser Gemeinschaften, welchen vielen Menschen täglich zur Hilfe gereicht.
  • Oder über verlorene Gerichtsurteile von Mitgliedern der Anti-Sekten Vereinigungen.
  • Alternativ Projekte wie z.B. CLIMS (Centre de Liaison d’Information des Minorites Spirituelles) in Genf, wo sich Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften regelmässig treffen um Konflikte gemeinsam zu lösen. CLIMS hat den beiligenden Ethik-Kodex (in Französischer Sprache) vorgelegt und sich ihm verpflichtet. Der Kodex soll sicherstellen, dass die Vorwürfe, wie sie gegen diese Gruppierungen erhoben werden, innerhalb der Gemeinschaften gar nicht auftreten können. Warum sollen solche Bemühungen zur Selbstverantwortung durch eine staatlich kontrollierte und finanzierte "Sekten-Politik" niedergetrampelt werden?
  • Dass im Kanton Genf Vorstösse ähnlicher Art vom Parlament mit grosser Skepsis beurteilt worden sind.
  • Zahlreiche Gerichtsurteile bestätigen, dass die staatliche Unterstützung (Subventionen) von Anti-Sekten Vereinigungen nicht legitim sind. Wie z.B. das Urteil des Verwaltungsgerichtes Köln vom 12.11.85: "Die institutionelle Förderung ist rechtswidrig, soweit sich die Projekte in abwertender Form mit der Minderheitsreligion beschäftigen".



Geht es bei dieser Veranstaltung tatsächlich nur um die Legitimation einer kontinuierliche Finanzierung der Anti-Sekten Bewegung durch den Staat?


Ist die Anti-Sekten Bewegung zu einem Business geworden, womit sich durch etwas "Schüren von Angst" und das "heraufbeschwöhren von Gefahren" finazielle Mittel durch den Staat erpresst werden können ?


Gespannt erwarten wir Ihre Ansichten und Kommentare zu dieser Sichtweise.





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