Jugend für Menschenrechte
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Brief an den Bundesrat vom August 1999
Betrifft: "Sektenpolitik" (NZZ 4.7.99)



Sehr geehrte Damen und Herren

Wir haben uns das Anliegen der GPK nach einer "Sektenpolitik" näher angeschaut und uns Gedanken darüber gemacht. Diese Gedanken haben wir nun zu Thesen formuliert und es freut uns, Ihnen diese vorlegen zu können.


Unser Verein versteht sich als Forum der Angehörigen der Scientology Religion. Wir möchten für unsere Religionsgemeinschaft und unseren Glauben einstehen, unsere Rechte verteidigen und uns vor Diskriminierung, Ausgrenzung und Blossstellung (u.A. durch den Begriff "Sekte" und den damit verbundenen Attributen), schützen.


Unser primäres Anliegen bei diesem Thema besteht darin, dass AKTION DIALOG bezw. Vertreter der Scientology Religion in die obige Diskussion einbezogen werden. Wir sehen die Notwendigkeit und Dringlichkeit, bei der Definition und Diskussion von Begriffen wie:

  • Sekten, Sekenpolitik, Sektenanfälligkeit, Sektenphänomen
  • Kirchen, Glaubensgemeinschaften, Psycho-Gruppen
  • kommerzieller Psychomarkt, gewerbsmässige Lebensbewältigungshilfe
  • Psychische Vereinnahmung, Indoktrinierung, Abhängigkeit, Sucht
  • Religion, Religiöse Gruppen, Religionsfreiheit
  • Spiritualität, Seelsorge, etc.

aktiv mitwirken zu können. Offensichtlich bestehen gravierende Missverständnisse und unterschiedliche Meinungen über diese Begriffe.


Bereits der Begriff "Sektenpolitik" deutet auf die Forderung nach einer "Ausgrenzungs-Politik". Das einseitige Verlangen einer Untersuchung von "Gefahren" solcher Gemeinschaften entschleiert die tatsächlichen Absichten. Warum sollte nicht gleichzeitig die positiven Auswirkungen solcher Gemeinschaften ausgewertet werden? Der soziale Zusammenhang, die gegenseitige Unterstützung und Lebenshilfe, die gemeinnützigen Aktivitäten, etc. Weshalb nur Gefahren postulieren? Warum keine gesamtheitliche Analyse?


Es ist uns bewusst, dass unterschiedliche Meinungen und Auffassungen stets heftige Konflikte auslösen. Wir möchten auch nicht behaupten, dass es keine Probleme gibt, die es in Bezug auf Religionsgemeinschaften zu lösen gibt. Wir möchten aber vorbeugende Massnahmen treffen damit wir uns diesem eher "Ideologischen" Konflikt und den allenfalls vorgetragenen Vorwürfen direkt stellen können.


Menschen, die sich an religiösen Idealen oder spiritueller Freiheit orientieren, müssen in diese Diskussion einbezogen werden. Angehörige von religiösen Gruppen, die aufgrund der "Sekten-Propaganda" wie "Aussätzige" behandelt werden, sollten bei einer solchen Untersuchung die Gelegenheit erhalten, ihre Auffassungen darzulegen und sich gegen antireligiösen Angriffe zu verteidigen.


Die Forderungen der GPK wurde von den selben Leuten formuliert, die uns seit über 10 Jahren eine Medienschlacht liefern und versuchen, die Öffentlichkeit mit ihren Begriffen und Thesen zu "vereinnahmen". Einzelheiten solch ungeheuren Anschuldigungen und journalistischer Fehlleistung finden Sie in der Broschüre "vom Rechtsstaat zur Inquisition". (siehe Anhang)


Nur zu leicht lässt man sich von der einseitigen, oft irrationalen und "sektiererisch" anmutenden Propaganda der "Sektenjäger", "Experten" und "Journalisten" beirren. Die Verbreitung von Vorurteilen, Halbwahrheiten, die Vermischung von Gegebenheiten, etc. leisten der Ausgrenzung Vorschub. Prüfen Sie sorgfältig die belegten Fakten und Schriften, wie sie auch von unserer Kirche zur Verfügung gestellt werden. Fragen Sie uns, wenn es in Bezug auf unsere Religion Dinge gibt, die verwirrend scheinen und keinen Sinn machen. Korrekte Entscheidungen können eigentlich nur in der Anwesenheit von vollständigen und wahren Informationen getroffen werden.


Wir glauben, dass es notwendig ist, in dieser emotionell geladenen Angelegenheit einen kühlen Kopf zu bewahren, damit die Thematik mit Umsicht und Differenzierung angegangen werden kann. Möglicherweise werden Sie dafür von den "Sektenjägern" heftig und unbarmherzig ins Kreuzfeuer genommen. Wir wünschen Ihnen dazu die notwendige Gelassenheit diesem Sturm zu begegnen. Durch vernünftiges Handeln können Sie die heraufbeschworene Irrationalität entschärfen und damit der Allgemeinheit einen Dienst erweisen.


Die Scientology Kirche ist den Vereinigten Staaten (neben einer Reihe von anderen Ländern) als legitime wohltätige Religion anerkannt und von der Steuer befreit. Auch da war die Auseinandersetzung sehr heftig und es dauerte eine lange Zeit, bis die Erkenntnis durchdrang, dass die vorliegenden Fakten klar und eindeutig sind, während die vorgebrachten Vorurteile keine substantielle Basis hatten.


Im Anhang haben wir für Sie eine Reihe von Publikationen zusammengestellt, die Sie für eine ausgewogene Beurteilung dieser Sache nicht ausser Acht lassen sollten. Ebenfalls haben wir im Anhang unsere Anliegen und Forderungen nochmals zusammengefasst.


Es freut uns, wenn Sie diese Hinweise nutzvoll verwenden können. Für weitere Informationen, Gespräche, Stellungnahmen, Berichte, etc. stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.



Mit freundlichen Grüssen

AKTION-DIALOG





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