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Clims Charta
Auszüge aus der Charta, welche sich die Vereinigung CLIMS (Centre de liaison et d’information concernant les minorités spirituelles) in Genf gesetzt hat, um den Dialog unter den Religionen zu fördern.
- Die Religionsfreiheit ist eine notwendige Bedingung für das demokratische Leben. Jede Religionsgemeinschaft, ob alt oder neu, Mehrheit oder Minderheit, institutionalisiert oder alternativ, hat das Recht auf diese Freiheit, so wie sie diese Freiheit auch selbst respektieren muss.
- Die Gewissens- und Religionsfreiheit gibt jedem das Recht zu glauben, nicht zu glauben und den Glauben zu ändern, aber auch ihn auszudrücken und zu praktizieren.
- Die Freiheit des Einzelnen findet seine Grenzen in der Freiheit des Anderen. Auf der religiösen Ebene muss eine pluralistische Gesellschaft konfessionellen Frieden garantieren.
- Die konfessionelle Neutralität des Staates bietet jedem Gläubigen die Möglichkeit, innerhalb seines sozialen Umfeldes zu leben, während er gleichzeitig die moralischen Regeln und die öffentliche Ordnung respektiert.
- Die Zugehörigkeit zu einer Religion hat in der Vergangenheit die Gelegenheit des Missbrauchs gegen die Menschenwürde gegeben. Dies kann auch heute der Fall sein. Aus diesem Grunde wurde diese "Charta des korrekten Verhaltens" auf dem Gebiet des religiösen Zusammenlebens aufgesetzt.
- Jede Person kann ohne weiteres der religiösen Gemeinschaft seiner Wahl beitreten oder sie verlassen. Niemand darf aufgrund seines religiösen Glaubens diskriminiert werden. Die Behörden, auf der einene Seite, halten sich von jeglicher Einmischung in die spirituelle Wahl einer Person zurück; die Verwantwortlichen der Religion, auf der anderen Seite, sichern die Freiheit des neuen Mitgliedes und halten sich von jrgendwelcher Einschüchterung desjenigen zurück, der seine Gruppe verlassen will.
- Jede Konfession oder religiöse Gruppierung hat das Recht ihren Glauben kollektiv auszudrücken, durch Andachten oder andere öffentliche oder private Veranstaltungen, solange sie sich an die Gesetze halten und die Moralregeln der Gesellschaft respektieren. Ohne die Diskussion über die verschiedenen Ideen auszuschliessen, soll jegliche Propaganda geächtet werden, deren Ziel es ist, den Glauben eines anderen schlecht zu machen.
- Jede religiöse Vereinigung alt oder neu hat das Recht darauf, dass ihre Ideen und Aktivitäten objektiv gezeigt werden, ohne jegliche Diffamierung. Falls eine Gemeinschaft in einer Kontroverse steht, akzeptiert diese, dass sie offen über ihre religiösen, sozialen und finanziellen Aktivitäten informiert. Gleichzeitig sollten sich die Vertreter der Öffentlichkeit auf die Fakten konzentrieren und sich vor jeder missbräuchlichen Verallgemeinerung und heimtückischen Anspielung zurückhalten.
- Der interreligiöse Dialog ist der korrekte Weg, um Befürchtungen und Verdächtigungen unter den einzelnen Gruppierungen zu lösen. Ein derartiger Dialog schliesst die gegenseitige Kritik nicht aus.
- Eine Beobachtungsstelle für religiöse Phänomene, an der Repräsentanten der Behörden, der religiösen Gemeinschaften sowie der Universitäten teilnehmen, und die unter der Leitung des Staates agiert, könnte ein geeigneter Ort sein, um Spannungen zu lösen.
Auch ein Ombudsmann, der das Vertrauen der verschiedenen Seiten geniessst, würde durch seine Vermittlung beitragen, strittige Fälle zu lösen.
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